Was darf ein Lead kosten?

Die Zahl im Konto kennt oft niemand mehr her. Dabei folgt sie in vier Schritten aus Auftragswert, Marge und Abschlussquote, und der dritte Schritt wird fast immer vergessen.

"Der Lead darf fünfzig Euro kosten." Diese Zahl steht in vielen Konten, und in den meisten Fällen weiß niemand mehr, woher sie kommt. Dabei lässt sie sich sauber herleiten, und die Rechnung ist kürzer, als man denkt. Sie hat vier Schritte, und der dritte wird fast immer vergessen.

In drei Sätzen

  • 01Der zulässige Lead-Preis folgt rückwärts aus Auftragswert, Marge und Abschlussquote.
  • 02Gerechnet wird mit Deckungsbeitrag, nicht mit Umsatz, sonst kaufst du Wachstum ohne Gewinn.
  • 03Jede Lead-Quelle braucht eine eigene Abschlussquote, ein Mittelwert über alle führt in die Irre.

Die Rechnung in vier Schritten

Schritt 1, der Auftragswert. Was bringt ein gewonnener Kunde, und zwar als Deckungsbeitrag über die gesamte Beziehung, nicht als Umsatz beim Erstauftrag. Wie du das ermittelst, steht in Kundenwert berechnen.

Schritt 2, die Abschlussquote. Wie viele Leads werden zu Kunden? Wichtig: über den vollständigen Zyklus gerechnet, nicht über Leads aus diesem Monat, von denen die Hälfte noch offen ist.

Schritt 3, der Anteil, den du investieren willst. Der Schritt, der fast immer fehlt. Aus dem erwarteten Deckungsbeitrag darf nicht alles in die Akquise fließen, sonst arbeitest du auf null. Üblich sind je nach Wachstumsabsicht dreißig bis fünfzig Prozent.

Schritt 4, teilen. Zulässiger Lead-Preis gleich Deckungsbeitrag mal Investitionsanteil mal Abschlussquote.

Empfehlung18 %144 €Suchanzeige8 %64 €Download3 %24 €gleicher zulässiger Preis je Kunde, drei verschiedene Lead-Preise
Derselbe zulässige Preis pro Kunde führt zu sehr verschiedenen Lead-Preisen, je nachdem wie gut die Quelle abschließt. Ein Mittelwert über alle Quellen bezahlt die schlechten zu gut und die guten zu schlecht.

Der Fehler mit dem Mittelwert

Wer eine einzige Abschlussquote über alle Quellen mittelt, bekommt einen Preis, der für keine einzige stimmt. Empfehlungen schließen oft dreimal besser ab als kalte Formulare. Mit einem gemeinsamen Zielpreis unterinvestierst du systematisch in die guten Quellen und überinvestierst in die schwachen. Die Lösung ist unspektakulär: Abschlussquote je Quelle führen und den zulässigen Preis je Quelle rechnen. Voraussetzung dafür ist, dass die Information aus dem Vertrieb zurückfließt, siehe Offline-Conversions.

Ein zu niedriger Lead-Preis fühlt sich diszipliniert an. Meistens bedeutet er nur, dass ein Wettbewerber die guten Leads kauft und du die übrigen.

Wenn die Abschlussquote schwankt

Bei kleinen Zahlen schwankt sie stark. Acht Abschlüsse aus hundert Leads heißen nicht acht Prozent, sondern grob zwischen vier und fünfzehn. Genau deshalb gehört zum Lead-Preis eine Spannbreite und keine Kommastelle, siehe Konfidenzintervall. Praktisch heißt das: Rechne mit dem unteren Rand, wenn die Datenlage dünn ist, und aktualisiere die Zahl laufend, statt sie einmal im Jahr zu setzen.

Der Zusammenhang mit dem Budget

Der zulässige Lead-Preis ist eine Obergrenze, kein Ziel. Er sagt, wo du aufhören musst, nicht wo du hinwillst. Wie viel du insgesamt ausgibst, entscheidet sich daneben über den Grenznutzen, siehe Grenznutzen und Werbebudget berechnen. Beide Zahlen zusammen ergeben die Steuerung: die eine begrenzt den Einzelfall, die andere die Summe.

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Häufige Fragen zum Thema

Die wichtigsten Nachfragen, die uns nach diesem Beitrag erreichen.

Rückwärts vom Kunden aus. Nimm den Deckungsbeitrag, den ein gewonnener Kunde über die gesamte Beziehung bringt, entscheide, welchen Anteil davon du in die Akquise investieren willst, und multipliziere das Ergebnis mit der Abschlussquote von Lead zu Kunde. Bei 2.000 Euro Deckungsbeitrag, 40 Prozent Investitionsanteil und 8 Prozent Abschlussquote sind das 64 Euro je Lead.
Weil vom Umsatz erst nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt, was du überhaupt investieren kannst. Wer mit Umsatz rechnet, setzt den zulässigen Lead-Preis systematisch zu hoch an und kauft Wachstum, das nach Kosten Verlust ist. Der Effekt ist umso größer, je niedriger die Marge im Geschäft ist.
Nein, und das ist einer der häufigsten Fehler. Empfehlungen schließen oft ein Vielfaches besser ab als kalte Formularanfragen. Mit einem gemeinsamen Zielpreis unterinvestiert man deshalb in die guten Quellen und überinvestiert in die schwachen. Sinnvoll ist, die Abschlussquote je Quelle zu führen und den zulässigen Preis daraus einzeln abzuleiten.
Mit dem unteren Rand der Spannbreite rechnen und die Zahl laufend aktualisieren. Acht Abschlüsse aus hundert Leads bedeuten statistisch nicht exakt acht Prozent, sondern grob einen Bereich zwischen vier und fünfzehn. Ein Zielpreis mit Nachkommastelle täuscht bei solchen Datenmengen eine Genauigkeit vor, die es nicht gibt.

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