Wie lange dauert die Einführung, und was muss die IT tun?

Werbekonten in zwanzig Minuten, Umsatzdaten in einer Stunde, erste belastbare Aussage nach ein bis vier Wochen. Dazu die vier Punkte, die Einführungen tatsächlich verzögern.

Die Entscheidung ist meist schnell gefällt, und dann kommt die Frage, an der Projekte monatelang hängen bleiben: Wer muss dafür eigentlich etwas tun, und wie lange dauert das? Die kurze Antwort lautet, dass die IT in den meisten Fällen gar nicht gebraucht wird. Die längere Antwort steht hier, inklusive der Punkte, an denen es tatsächlich klemmt.

In drei Sätzen

  • 01Werbekonten anbinden dauert Minuten und braucht nur Adminrechte im Werbekonto, keine IT.
  • 02Der kritische Pfad ist der echte Umsatz: als CSV in einer Stunde, über die Schnittstelle in ein bis zwei Tagen Entwicklungszeit.
  • 03Bis zur ersten belastbaren Aussage vergehen ein bis vier Wochen, abhängig fast nur davon, wie viel Historie vorliegt.

Was in der ersten Stunde passiert

Google Ads inklusive der Unterkonten eines MCC und Snapchat Ads werden direkt per OAuth verbunden, ausschließlich lesend. Wer im Werbekonto Adminrechte hat, klickt das selbst, ohne Ticket und ohne Freigabeprozess. Meta, TikTok und Microsoft Advertising kommen bis zur Direktanbindung über einen CSV-Import, das ist ein Export aus dem jeweiligen Werbekonto und ein Upload. Wichtig ist dabei nur, dass die Konten euch gehören und nicht der Agentur. Wenn sie der Agentur gehören, ist das der erste Punkt, der geklärt werden muss, und zwar unabhängig von jedem Werkzeug.

Der Teil, der wirklich Arbeit macht

Der echte Umsatz. Ohne ihn gibt es keine unabhängige Gegenrechnung zu dem, was die Plattformen melden, und genau die ist der Punkt der ganzen Übung. Zwei Wege führen dorthin. Der schnelle: ein CSV-Export aus Shop oder Warenwirtschaft, Datum und Umsatz je Tag, gern mit Bestellanzahl und Retouren. Das macht eine Person in einer Stunde. Der dauerhafte: die Umsatz-Schnittstelle, an die euer System die Tageswerte automatisch schickt. Das ist die einzige Stelle, an der Entwicklungszeit anfällt, üblicherweise ein bis zwei Tage. Welche Felder genau gebraucht werden, steht in Welche Daten ein Marketing-Mix-Modell braucht.

Wer was tut. Der Aufwand ist die tatsächliche Arbeitszeit, nicht die Durchlaufzeit im Unternehmen.
AufgabeWerAufwand
Werbekonten lesend verbindenwer Adminrechte im Werbekonto hat10 bis 20 Minuten
Umsatz als CSV bereitstellenShop-Betreuung oder Controllingrund eine Stunde
Umsatz automatisch übergebenEntwicklung oder Shop-Agenturein bis zwei Tage, optional
Historie nachladendieselbe Person wie beim Umsatzeinmalig, meist ein Export
Ereignisse eintragenwer Aktionen und Kampagnen kennteine Stunde, danach monatlich Minuten
Auftragsverarbeitungsvertrag prüfenDatenschutz oder Geschäftsführungje nach Haus, Dokument liegt vor
Definition

Warum die IT meist außen vor bleibt

Für die Auswertung werden keine personenbezogenen Daten gebraucht, sondern Tageswerte: Ausgaben je Kanal, Umsatz, Bestellungen. Keine Kundennamen, keine Mailadressen, keine Bestellnummern. Damit entfällt der Teil, der Datenschutzprüfungen sonst lang macht. Die Daten liegen auf Servern in der EU, die Werbekonten werden nur lesend angebunden. Hintergrund in Marketing-Analytics und DSGVO.
Tag 1Woche 1Woche 2Woche 4WerbekontenUmsatzdaten anbindenHistorie und Ereignisse sammelnerste belastbare AussageUmsatz-Bilanz steht
Typischer Ablauf. Der lange Balken ist nicht die Technik, sondern das Sammeln der Historie im Haus.

Die vier Dinge, die es wirklich verzögern

Fehlende Historie. Zwölf Monate auf Wochenbasis sind die Untergrenze. Wer sie nicht hat, kann anfangen, bekommt aber zuerst Beschreibung statt Modell. Kaputtes Conversion-Tracking. Wenn die Grunddaten falsch sind, hilft keine Rechnung darüber, siehe Conversion-Tracking kaputt. Ein kostenloses Tracking-Audit vorab spart hier Wochen. Zugriff auf die Werbekonten. Liegt alles bei der Agentur, braucht es zuerst ein Gespräch über Eigentum an den Konten. Niemand ist zuständig. Der häufigste Grund, aus dem Einführungen liegen bleiben, ist keine technische Hürde, sondern eine fehlende Person mit Mandat.

Die Technik ist an einem Vormittag erledigt. Was Zeit kostet, ist die Klärung, wem die Daten gehören und wer aus ihnen entscheiden darf.

Was am Ende der ersten Woche dasteht

Realistisch ist nach einer Woche die Gegenüberstellung von Plattform-Anspruch und echtem Umsatz: wie viel Umsatz die Kanäle zusammen beanspruchen, wie viel tatsächlich angekommen ist und wie groß die Lücke ist. Das ist noch kein Modell, aber oft schon die Zahl, die im Haus die meiste Diskussion auslöst. Modellgestützte Aussagen zu Sättigung und Wirkungsbeitrag kommen danach, sobald genug Historie eingelesen ist. Wer vorab wissen will, was ihn erwartet, kann die Rechnung mit eigenen Zahlen in Warum die Plattform mehr Umsatz meldet, als ankommt nachvollziehen.

Wer im Haus dabei sein sollte

Drei Rollen reichen. Eine Person, die die Werbekonten verantwortet. Eine Person, die an den Umsatz herankommt, meist aus Controlling oder Shop-Betreuung. Und eine Person, die entscheiden darf, wohin Budget verschoben wird. Fehlt die dritte, entsteht ein hübsches Berichtswesen ohne Folgen. Wie man diese Rolle aufbaut, wenn es sie noch nicht gibt, steht in Marketing-Controlling einführen.

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Häufige Fragen zum Thema

Die wichtigsten Nachfragen, die uns nach diesem Beitrag erreichen.

Die technische Anbindung dauert einen Vormittag: Werbekonten per OAuth lesend verbinden, Umsatzdaten als CSV bereitstellen. Bis zur ersten belastbaren Aussage vergehen ein bis vier Wochen, abhängig davon, wie viel Historie vorliegt und wie schnell die Umsatzdaten zusammengetragen sind.
In den meisten Fällen nichts. Die Werbekonten verbindet, wer dort Adminrechte hat, der Umsatz lässt sich als CSV aus Shop oder Warenwirtschaft exportieren. Entwicklungszeit fällt nur an, wenn der Umsatz dauerhaft automatisch übergeben werden soll, das sind üblicherweise ein bis zwei Tage.
Gebraucht werden Tageswerte: Werbeausgaben je Kanal, Umsatz, Bestellungen, dazu Ereignisse wie Aktionen oder Lieferengpässe. Keine Kundennamen, keine Mailadressen, keine einzelnen Bestellungen. Die Daten liegen auf Servern in der EU, Werbekonten werden ausschließlich lesend angebunden, ein Auftragsverarbeitungsvertrag liegt vor.
Vier Dinge: fehlende Datenhistorie, ein kaputtes Conversion-Tracking, Werbekonten im Eigentum der Agentur statt des Unternehmens und vor allem eine fehlende zuständige Person mit Entscheidungsbefugnis. Technische Hürden sind in der Praxis selten der Grund.

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