Was kosten LinkedIn Ads und TikTok Ads? So rechnest du dein Budget
Durchschnittspreise aus dem Netz passen selten zum eigenen Konto. Wie beide Plattformen abrechnen, was die Kosten treibt und wie du das nötige Budget rückwärts vom Ziel berechnest.
Auf die Frage, was LinkedIn Ads oder TikTok Ads kosten, gibt es im Netz viele Durchschnittswerte, und kaum einer passt zum eigenen Konto. Beide Plattformen versteigern ihre Werbeplätze, der Preis hängt also von Zielgruppe, Wettbewerb und Anzeige ab. Belastbarer als jeder Durchschnitt ist eine Rechnung rückwärts vom Ziel, mit der du in einer Viertelstunde weißt, welches Budget du wirklich brauchst.
In drei Sätzen
- 01Beide Plattformen arbeiten mit Auktionen, feste Preise gibt es nicht, nur Mindestbudgets.
- 02LinkedIn ist teuer je Kontakt, weil die Zielgruppe nach Beruf und Firma präzise auswählbar ist.
- 03TikTok ist günstig je Einblendung, kostet aber laufend neue Videos und wirkt stark verzögert.
Wie abgerechnet wird
| LinkedIn Ads | TikTok Ads | |
|---|---|---|
| Abrechnung | je Klick, je 1.000 Einblendungen oder je versendeter Nachricht | überwiegend je 1.000 Einblendungen, optimiert auf Klicks, Videoaufrufe oder Conversions |
| Zielgruppe | Berufsbezeichnung, Branche, Firmengröße, einzelne Firmen | Interessen, Verhalten, Alter, Region, ähnliche Nutzer |
| Kostentreiber | enge B2B-Zielgruppen mit vielen Bietern | Wettbewerb in der Saison, Qualität und Frische der Videos |
| Nebenkosten | Inhalte für Formulare und Whitepaper | laufende Videoproduktion, weil Anzeigen schnell ermüden |
Die Rechnung rückwärts vom Ziel
Statt zu fragen, was ein Klick kostet, fang beim Ergebnis an. Du brauchst drei Zahlen: wie viele Leads oder Käufe du willst, wie viel ein Klick kostet und welcher Anteil der Klicks zu einem Lead wird. Die Formel lautet Budget = Ziel-Leads × Klickpreis ÷ Conversion-Rate.
Bei TikTok steht meist nicht der Lead am Anfang, sondern die Reichweite. Die Rechnung lautet dann Budget = gewünschte Einblendungen × Preis je 1.000 ÷ 1.000, plus die Produktion der Videos. Wer eine Zielgruppe von 200.000 Menschen im Monat etwa dreimal erreichen will, braucht 600.000 Einblendungen. Bei angenommenen 6 Euro je 1.000 sind das 3.600 Euro Mediabudget.
Die Untergrenze, unter der sich nichts lernt
Beide Plattformen optimieren die Auslieferung anhand von Ergebnissen. Kommen zu wenige Conversions zusammen, bleibt die Kampagne dauerhaft im Lernmodus und die Kosten je Ergebnis bleiben hoch. Praktisch heißt das: lieber eine Kampagne mit ausreichend Budget als drei mit je zu wenig. Die gleiche Logik gilt bei Meta und ist im Beitrag Meta-Ads-Budget festlegen genauer beschrieben.
Ein zu kleines Budget spart kein Geld. Es kauft eine Lernphase, die nie endet.
Warum die Zahlen in beiden Managern täuschen
LinkedIn verkauft an Menschen mit langen Entscheidungswegen. Wer heute das Whitepaper lädt, unterschreibt vielleicht in vier Monaten, nach einem Gespräch, einer Demo und einer Suche nach dem Firmennamen. Im Werbemanager sieht die Kampagne dann teuer aus, im CRM vielleicht sehr gut. Ohne Rückspielung der Abschlüsse lässt sich das nicht beurteilen.
TikTok erzeugt Nachfrage, die sich oft erst Tage später und über andere Wege zeigt, etwa über eine Google-Suche nach dem Produkt. Die direkt zugeschriebenen Käufe unterschätzen die Wirkung deshalb häufig. Wie lang solche Wege sind, zeigt der Beitrag wie viele Touchpoints bis zum Kauf, wie man die tatsächliche Wirkung misst, der Beitrag zum Holdout- und Geo-Test.
Lohnt sich das?
Die Frage entscheidet sich nicht am Preis je Klick, sondern am Wert je Kunde. Ein Lead für 80 Euro ist teuer für einen Onlineshop und billig für einen Softwareanbieter mit 20.000 Euro Deckungsbeitrag je Kunde. Wie viel ein Lead kosten darf, rechnest du mit dem Beitrag Was darf ein Lead kosten? aus, bevor die erste Kampagne startet.