Lohnen sich Anzeigen auf den eigenen Markennamen?
Marken-Kampagnen zeigen den besten ROAS im ganzen Konto und sind trotzdem die häufigste Stelle für verbranntes Geld. Der Test, der es klärt, und die vier guten Gründe, sie trotzdem zu fahren.
Marken-Suchkampagnen sind die dankbarsten Zahlen in jedem Bericht. Hoher ROAS, günstige Klicks, prächtige Conversion-Rate. Und trotzdem ist es die Kampagne, bei der am häufigsten Geld verbrannt wird. Der Grund ist simpel: Sie erntet Nachfrage, die schon da war.
In drei Sätzen
- 01Marken-Anzeigen sehen gut aus, weil sie Kunden abfangen, die dich ohnehin gesucht haben.
- 02Die Frage ist nicht, wie hoch der ROAS ist, sondern wie viel davon ohne die Anzeige auch gekommen wäre.
- 03Es gibt gute Gründe für Marken-Kampagnen, sie stehen nur nicht im ROAS.
Warum die Zahlen so gut aussehen
Wer deinen Markennamen eingibt, kennt dich bereits. Diese Person hat eine Anzeige oder eine Empfehlung gesehen, war schon einmal auf der Seite oder hat bei dir gekauft. Sie ist also weit unten im Trichter, und dort ist die Abschlussrate naturgemäß hoch. Die Anzeige hat diese Bereitschaft nicht erzeugt, sie stand nur zufällig davor. Genau das ist der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität.
Der Test, der es klärt
Die gute Nachricht: Diese Frage lässt sich sauber beantworten. Schalte die Marken-Kampagne für einen begrenzten Zeitraum ab, zum Beispiel zwei Wochen, und beobachte den gesamten Marken-Umsatz, also bezahlt plus organisch. Bleibt die Summe nahezu gleich, war die Kampagne weitgehend Umverteilung. Bricht sie ein, war sie tatsächlich zusätzlich. Wichtig ist, dass du die Summe betrachtest und nicht die bezahlte Zeile, denn die bricht selbstverständlich ein. Wie man so einen Test methodisch sauber aufsetzt, steht in Ein Causal-Impact-Experiment aufsetzen und in A/B-Test gegen Causal Impact.
Wer die Marken-Kampagne nie abgeschaltet hat, weiß nicht, was sie bringt. Er weiß nur, was sie meldet.
Die vier guten Gründe, sie trotzdem zu fahren
Wettbewerber bieten auf deinen Namen. Dann ist die Anzeige Verteidigung. Prüfbar, indem du selbst nach deinem Namen suchst.
Du kontrollierst die Botschaft. Anzeigenerweiterungen, aktuelle Aktionen, gezielte Landingpage. Das organische Ergebnis kannst du nicht so steuern.
Dein Name ist mehrdeutig. Heißt deine Marke wie ein Alltagswort, konkurrierst du organisch mit fremden Ergebnissen.
Du willst Nachfrage messen. Das Suchvolumen auf deinen Markennamen ist einer der besten verfügbaren Indikatoren für Markenstärke, siehe Brand-Equity messen.
Wie du sie richtig verbuchst
Der Fehler ist nicht, Marken-Kampagnen zu fahren. Der Fehler ist, sie im selben Topf wie akquirierende Kampagnen zu bewerten und ihren ROAS in den Gesamtschnitt zu mischen. Dadurch sieht das ganze Konto besser aus, als es ist, und Budget wandert in die Ernte statt in die Aussaat. Trenne die Marken-Kampagne im Bericht, bewerte sie nach Verteidigungswert statt nach ROAS, und lass sie aus der Budget-Optimierung heraus. Warum das für die Gesamtrechnung wichtig ist, steht in Warum Google und Meta zusammen mehr Umsatz melden und in Inkrementalität.