Qualitätsfaktor verbessern, was die drei Teilwerte über die Ursache verraten

Der Qualitätsfaktor steckt direkt im Anzeigenrang und im Klickpreis. Wir zeigen, was ein schwacher Wert bei gleicher Position kostet und welcher Teilwert die Ursache verrät.

Der Qualitätsfaktor ist die einzige Zahl im Werbekonto, die dir Geld schenkt oder wegnimmt, ohne dass du am Gebot etwas änderst. Trotzdem wird er meist als vage Schulnote abgetan, die man halt hat. Das ist teuer, denn er steckt direkt im Anzeigenrang und damit im Klickpreis. Wir zeigen hier, wie er wirkt, was seine drei Teilwerte über die Ursache verraten und in welcher Reihenfolge man sie angeht.

In drei Sätzen

  • 01Der Qualitätsfaktor multipliziert sich mit deinem Gebot zum Anzeigenrang. Ein guter Wert schlägt ein höheres Gebot.
  • 02Bei gleicher Position zahlst du mit einem schwachen Wert deutlich mehr pro Klick.
  • 03Die drei Teilwerte sind eine Diagnose: sie sagen, ob Keywords, Anzeigentext oder Zielseite das Problem sind.

Was der Qualitätsfaktor ist

Definition

Qualitätsfaktor, Quality Score

Eine Bewertung von 1 bis 10, mit der Google einschätzt, wie relevant und nützlich deine Anzeige samt Zielseite für einen Suchbegriff ist. Sie wird je Keyword gebildet und setzt sich aus drei Teilwerten zusammen: erwartete Klickrate, Anzeigenrelevanz und Landingpage-Erfahrung. Jeder Teilwert wird als über, im oder unter dem Durchschnitt ausgewiesen.

Warum ein guter Wert ein höheres Gebot schlägt

Vereinfacht entsteht der Anzeigenrang aus Gebot und Qualität. Wer eine hohe Qualität hat, erreicht denselben Rang mit einem niedrigeren Gebot. Das ist kein Bonus, den Google verteilt, sondern der Kern der Auktion: die Plattform verdient an Klicks, nicht an Einblendungen, und eine relevante Anzeige wird häufiger geklickt.

Vereinfacht: Anzeigenrang aus Gebot und QualitätBieter AGebot 2,00 €×QS 4=Rang 8zweiter PlatzBieter B1,00 €×QS 9=Rang 9erster PlatzBieter B bietet halb so viel und steht trotzdem vorne.Um Bieter B zu überholen, müsste A auf über 2,25 € gehen, also mehr als das Doppelte von B.Der echte Anzeigenrang berücksichtigt zusätzlich Kontext und Anzeigenformate. Die Richtung bleibt dieselbe.
Vereinfachte Auktion. Bieter B zahlt die Hälfte und steht trotzdem vor Bieter A, weil die Qualität mitmultipliziert wird.
Der Qualitätsfaktor ist der einzige Hebel im Konto, der dir eine bessere Position gibt, ohne dass du mehr bietest.

Was ein schwacher Wert bei gleicher Position kostet

Die zweite Wirkung ist noch direkter. In einer Zweitpreis-Auktion zahlst du nur so viel, wie nötig ist, um den nächsten Bieter zu übertreffen, und dieser Betrag wird durch deinen eigenen Qualitätsfaktor geteilt. Ein hoher Wert verbilligt also jeden einzelnen Klick, auch wenn sich an deiner Position gar nichts ändert.

Der nächste Bieter erreicht Rang 6. Du stehst in beiden Fällen davor.Qualitätsfaktor 90,67 € pro KlickQualitätsfaktor 41,50 € pro KlickGleiche Position, mehr als der doppelte Preis. Bei 1.000 Klicks im Monat sind das 830 € Unterschied.Die Marke, ab der wir warnen, liegt bei einem Qualitätsfaktor unter 5.Rechnung nach der Zweitpreis-Logik. Google veröffentlicht die genaue Formel nicht.
Gleiche Position, gleicher Wettbewerber, zwei Qualitätsfaktoren. Die Rechnung folgt der Zweitpreis-Logik der Auktion, die genaue Formel legt Google nicht offen.

Deshalb setzen wir die Warnschwelle bei einem Qualitätsfaktor unter fünf. Unterhalb dieser Marke zahlst du für dieselbe Sichtbarkeit spürbar mehr als ein Wettbewerber mit sauberer Struktur. Ab sieben ist der Wert solide, und die Hebel liegen dann woanders, etwa im restlichen Werbeumfeld.

Die drei Teilwerte als Diagnose

Der Gesamtwert sagt dir, dass etwas nicht stimmt. Erst die Teilwerte sagen, was. Deshalb ist die richtige Frage nie, wie hebe ich den Qualitätsfaktor, sondern welcher der drei Teilwerte liegt unter dem Durchschnitt.

Wir melden einen Teilwert, sobald er bei mindestens dreißig Prozent der Keywords einer Kampagne unter dem Durchschnitt liegt. Einzelfälle sind Rauschen, ein Drittel ist ein Muster.
Teilwert liegt untenWas das bedeutetWas du tust
Erwartete KlickrateDie Keywords passen nicht zur Suchabsicht, oder der Anzeigentext spricht sie nicht an.Suchbegriffe-Bericht durchgehen, schwache Keywords pausieren, Texte auf die Absicht zuschneiden.
AnzeigenrelevanzDer Anzeigentext greift den Suchbegriff sprachlich nicht auf.Keyword in die erste Überschrift und in die Beschreibung aufnehmen, Anzeigengruppen enger schneiden.
Landingpage-ErfahrungGoogle bewertet die Zielseite als schwach: Inhalt, Ladezeit oder mobile Darstellung.Zielseite auf den Suchbegriff zuschneiden, Ladezeit und mobile Darstellung prüfen.

Warum der Durchschnitt gewichtet werden muss

Ein Detail, das viele Reports falsch machen: der Qualitätsfaktor einer Kampagne ist nicht der einfache Mittelwert über alle Keywords. Ein Keyword mit zehn Impressionen zählt dann genauso viel wie eines mit zehntausend. Richtig ist der mit Impressionen gewichtete Durchschnitt, denn nur der sagt, welchen Preis du tatsächlich zahlst. Wir rechnen ihn so und nennen dazu immer die Zahl der Keywords, auf denen er beruht, damit die Belastbarkeit sichtbar bleibt.

Was der Qualitätsfaktor nicht ist

Zwei Missverständnisse kosten regelmäßig Zeit. Erstens ist der Qualitätsfaktor keine Erfolgskennzahl. Er sagt etwas über den Preis, den du zahlst, nicht über den Wert, den du bekommst. Eine Kampagne mit Qualitätsfaktor 9 kann Geld verlieren, wenn die gewonnenen Kunden zu wenig wert sind, siehe CPA und CAC und LTV.

Zweitens ist er kein Ziel für sich. Wer Keywords nur pausiert, um die Note zu heben, hat vielleicht einen schöneren Wert und weniger Umsatz. Die Frage ist immer, ob das Keyword profitabel ist, nicht ob es die Note drückt. Wie man das saubere Ziel dafür setzt, steht in Ziel-ROAS und Ziel-CPA richtig festlegen.

Die Reihenfolge, in der es sich lohnt

Fange bei den Kampagnen mit dem höchsten Anteil am Budget an, nicht bei denen mit dem schlechtesten Wert. Ein Qualitätsfaktor von 3 in einer Kampagne mit fünfzig Euro Monatsbudget ist ein Schönheitsfehler, derselbe Wert in der Hauptkampagne ist ein laufender Verlust. Danach nimm innerhalb der Kampagne den Teilwert, der am häufigsten unten liegt. Erst wenn alle drei im Durchschnitt oder darüber stehen, ist der Hebel ausgereizt, und es geht weiter mit dem Konto, in dem scheinbar nichts mehr geht.

Deine Frage, unsere Antwort

Weißt du, welcher der drei Teilwerte deinen Qualitätsfaktor drückt?

Diesen Beitrag haben wir aus echten Projekten geschrieben. Deine konkrete Situation schauen wir uns gern persönlich an und antworten mit einer fundierten Einschätzung statt einer Standard-Floskel. Genau dafür gibt es uns.

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Häufige Fragen zum Thema

Die wichtigsten Nachfragen, die uns nach diesem Beitrag erreichen.

Nicht über den Gesamtwert, sondern über den Teilwert, der unter dem Durchschnitt liegt. Liegt die erwartete Klickrate unten, passen Keywords und Suchabsicht nicht zusammen. Liegt die Anzeigenrelevanz unten, greift der Text den Suchbegriff nicht auf. Liegt die Landingpage-Erfahrung unten, ist die Zielseite das Problem. Der Gesamtwert folgt dann von selbst.
Deutlich, weil der zu zahlende Betrag durch den eigenen Qualitätsfaktor geteilt wird. Bei gleichem Wettbewerber und gleicher Position zahlt ein Konto mit Qualitätsfaktor 4 nach der Zweitpreis-Logik mehr als das Doppelte eines Kontos mit Qualitätsfaktor 9. Die genaue Formel veröffentlicht Google nicht, die Richtung ist aber unstrittig.
Ab sieben ist der Wert solide, dort sind die Hebel meist woanders größer. Unter fünf wird es teuer, weil du für dieselbe Sichtbarkeit spürbar mehr zahlst als ein Wettbewerber mit sauberer Struktur. Wichtig ist der mit Impressionen gewichtete Durchschnitt, nicht der einfache Mittelwert über alle Keywords.
Nein, er ist eine Preisgröße, keine Erfolgsgröße. Er sagt, wie günstig du einkaufst, nicht was der Einkauf wert ist. Eine Kampagne mit Qualitätsfaktor 9 kann Geld verlieren, wenn die gewonnenen Kunden zu wenig einbringen. Deshalb gehört neben den Qualitätsfaktor immer der Kundenwert.

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