Werbeumfeld optimieren, was außerhalb der Kampagne über den Klickpreis entscheidet

Position und Klickpreis hängen nicht nur am Gebot. Sechs Bereiche außerhalb der Kampagne entscheiden mit, und ein besseres Umfeld verbilligt das Budget, das du schon ausgibst.

Wenn eine Kampagne nicht liefert, gehen die meisten zuerst ans Budget oder ans Gebot. Beides sind aber nur zwei von vielen Hebeln, und oft nicht die stärksten. Die Plattformen entscheiden über Position und Klickpreis mit einer Reihe von Signalen, die nichts mit Geld zu tun haben. Wer die kennt, zahlt für dieselbe Position weniger. Wir nennen das das Werbeumfeld, und dieser Beitrag zeigt, was dazugehört und wie man es prüft, ohne sich etwas vorzumachen.

In drei Sätzen

  • 01Der Anzeigenrang entsteht aus Gebot und Qualität. Wer an der Qualität arbeitet, kauft dieselbe Position günstiger.
  • 02Sechs Bereiche außerhalb der Kampagne wirken auf Klickpreis, Sichtbarkeit und Zulassung.
  • 03Was nicht gemessen ist, darf nicht bewertet werden. Eine Datenlücke ist eine Lücke, keine schlechte Note.

Was zum Werbeumfeld gehört

Definition

Werbeumfeld

Alle Faktoren, die über Anzeigenrang, Klickpreis und Zulassung mitentscheiden, aber nicht in der Kampagne selbst liegen. Also nicht Budget, Gebot oder Zielgruppe, sondern die Qualität der Anzeige, der Zustand der Zielseite, die Sauberkeit der Tracking-Signale und die Einhaltung der Richtlinien.

Wir prüfen das Werbeumfeld in sechs Säulen. Die Gewichte sind nicht willkürlich gesetzt, sondern folgen der Größe des Hebels: Anzeigenqualität wirkt direkt im Anzeigenrang und wiegt deshalb am schwersten, Richtlinien wirken selten, dann aber hart.

Gewicht am Gesamtwert des WerbeumfeldsAnzeigenqualität25 %Zielseite20 %Tracking-Signale20 %Anzeigenanteil15 %Strukturierte Daten10 %Richtlinien10 %Fehlt zu einer Säule die Datengrundlage, wird ihr Gewicht auf die übrigen verteilt.
Die sechs Säulen des Werbeumfelds und ihr Gewicht am Gesamtwert. Anzeigenqualität, Zielseite und Tracking-Signale machen zusammen fast zwei Drittel aus.

Warum das oft mehr bringt als mehr Budget

Budget und Umfeld wirken an verschiedenen Stellen. Mehr Budget kauft mehr Menge, und weil jeder Kanal in die Sättigung läuft, wird jeder zusätzliche Euro dabei ein Stück schlechter. Ein besseres Umfeld senkt dagegen den Preis pro Einheit, und dieser Effekt wirkt auf das gesamte bestehende Budget. Wer den Klickpreis um zwanzig Prozent drückt, bekommt für dasselbe Geld ein Viertel mehr Klicks, ohne die Kurve weiter hochzuklettern.

Mehr Budget kauft mehr Menge zu schlechteren Bedingungen. Ein besseres Umfeld verbessert die Bedingungen für das Budget, das du schon ausgibst.

Genau deshalb ist das Werbeumfeld die erste Station, wenn im Konto scheinbar nichts mehr geht. Der Beitrag Google Ads optimieren, wenn im Konto nichts mehr geht geht auf diese Situation im Detail ein.

Gemessen, geprüft, geschätzt: woher eine Aussage kommt

Ein Befund über das Werbeumfeld ist nur so gut wie seine Quelle. Deshalb trägt bei uns jeder Befund sein Etikett, und zwar sichtbar, nicht im Kleingedruckten.

Nur der erste Fall ist eine Messung. Die anderen beiden sind nützlich, aber sie sind kein Beweis, und sie werden auch nicht als einer verkauft.
EtikettWoher der Wert kommtBeispiel
gemessenDirekt aus der Werbeplattform über deren SchnittstelleQualitätsfaktor 4,2 über 180 Keywords
geprüftAus einem echten Abruf deiner SeiteLadezeit der Zielseite, vorhandene strukturierte Daten
geschätztAus Branchenwerten abgeleitet, wo eigene Daten fehlenErwarteter Anteil bezahlter Ergebnisse in einem Suchumfeld

Die unbequeme Regel: keine Note ohne Daten

Jetzt kommt der Punkt, an dem die meisten Audit-Werkzeuge einen Fehler machen. Wenn zu einer Säule keine Daten vorliegen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man bewertet sie mit null Punkten, oder man nimmt sie aus der Bewertung heraus und verteilt ihr Gewicht auf die übrigen. Die erste Variante ist bequem, weil immer eine Zahl herauskommt. Sie ist aber falsch, weil sie eine fehlende Messung wie ein schlechtes Ergebnis behandelt.

Fünf Säulen stehen bei 80 von 100. Zur sechsten liegen keine Daten vor.Lücke als null Punkte gewertet68Der Wert fällt, obwohl an keiner geprüften Stelle etwas schlechter geworden ist.Lücke aus der Bewertung genommen80Der Wert sagt, wie gut das Umfeld dort ist, wo gemessen wurde. Die Lücke steht daneben.offene Lücke: Anzeigenanteil, keine Daten aus der Plattform
Fünf Säulen stehen gut, zu einer fehlen die Daten. Wer die fehlende mit null Punkten bewertet, bestraft dich für eine Datenlücke statt für schlechte Arbeit.

Wir machen es deshalb umgekehrt: eine Säule ohne Daten bekommt keinen Punktwert, ihr Gewicht wird auf die vorhandenen Säulen normiert, und die Lücke wird offen als Lücke ausgewiesen. Damit weißt du zwei Dinge getrennt voneinander: wie gut das Umfeld dort ist, wo wir hinsehen können, und wo wir nicht hinsehen können.

Was jede Säule konkret prüft

SäuleWas geprüft wirdGewicht
AnzeigenqualitätQualitätsfaktor und seine drei Teilwerte je Kampagne25 %
ZielseiteLadezeit, Interaktionsverzögerung, Layout-Sprünge, mobile Darstellung20 %
Tracking-SignaleVollständigkeit und Plausibilität der gemeldeten Conversions20 %
AnzeigenanteilVerlorener Anteil, getrennt nach Budget und nach Rang15 %
Strukturierte DatenAuszeichnung der Seite, passend zum Seitentyp10 %
RichtlinienAblehnungen, eingeschränkte Anzeigen, Konto-Warnungen10 %

Der verlorene Anzeigenanteil sagt, wo das Problem sitzt

Der Anzeigenanteil ist die vielleicht unterschätzteste Zahl im Konto, weil sie sauber auseinandernimmt, warum du nicht erscheinst. Verlierst du Anteil wegen des Budgets, ist die Nachfrage da und das Geld reicht nicht. Verlierst du ihn wegen des Rangs, würde auch mehr Budget nichts ändern, weil du die Auktion nicht gewinnst. Das sind zwei völlig verschiedene Aufgaben, und sie werden regelmäßig verwechselt.

Wir schlagen bei mehr als zehn Prozent Verlust durch Budget Alarm und bei mehr als dreißig Prozent Verlust durch Rang. Der erste Fall ist eine Budget-Frage und gehört in die Allokation, siehe Multi-Channel-Optimierung. Der zweite Fall ist genau die Arbeit, um die es in diesem Beitrag geht.

Die Zielseite ist Teil der Anzeige, ob du willst oder nicht

Google bewertet die Zielseite als Bestandteil der Anzeigenqualität. Eine langsame oder springende Seite kostet dich also nicht nur Conversions, sondern zusätzlich Geld in der Auktion. Wir prüfen die drei Werte, die Google selbst als Schwelle nutzt: die Ladezeit des größten Inhalts unter 2,5 Sekunden, die Reaktionszeit auf die erste Eingabe unter 200 Millisekunden und die Layout-Verschiebung unter 0,1.

Tracking-Signale, das Umfeld hinter dem Klick

Die Plattformen optimieren nur so gut, wie die Signale sind, die sie zurückbekommen. Fehlen Conversions, lernt der Algorithmus auf einem falschen Bild, und das verteuert jede Auktion, an der er teilnimmt. Deshalb ist Tracking hier keine Messfrage, sondern eine Preisfrage. Was dabei schiefgehen kann, steht in Conversion-Tracking kaputt und in Consent Mode und modellierte Conversions.

Wie du damit anfängst

Nimm die Befunde in der Reihenfolge ihrer Schwere, nicht in der Reihenfolge ihrer Bequemlichkeit. Ein Qualitätsfaktor unter fünf oder eine abgelehnte Anzeige kostet jeden Tag Geld, eine fehlende strukturierte Auszeichnung kostet Potenzial. Und arbeite die Lücken mit ab: solange eine Säule keine Daten hat, weißt du über diesen Teil deines Umfelds nichts, und das ist ein eigenes Risiko.

In Vectalyze läuft diese Prüfung automatisch mit und meldet sich, wenn ein Wert kippt. Wie die zugehörigen Alarme gesetzt werden, steht in Wann soll die Software dich wecken?

Deine Frage, unsere Antwort

Weißt du, ob du Anteil wegen deines Budgets oder wegen deines Rangs verlierst?

Diesen Beitrag haben wir aus echten Projekten geschrieben. Deine konkrete Situation schauen wir uns gern persönlich an und antworten mit einer fundierten Einschätzung statt einer Standard-Floskel. Genau dafür gibt es uns.

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Wir antworten in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

Häufige Fragen zum Thema

Die wichtigsten Nachfragen, die uns nach diesem Beitrag erreichen.

Alle Faktoren, die über Anzeigenrang, Klickpreis und Zulassung mitentscheiden, aber nicht in der Kampagne selbst liegen. Dazu gehören die Anzeigenqualität, der Zustand der Zielseite, die Sauberkeit der Tracking-Signale, der verlorene Anzeigenanteil, strukturierte Daten und die Einhaltung der Plattform-Richtlinien. Budget, Gebot und Zielgruppe gehören ausdrücklich nicht dazu.
Häufig ja, weil die beiden an verschiedenen Stellen wirken. Mehr Budget kauft mehr Menge, und jeder zusätzliche Euro wird wegen der Sättigung ein Stück schlechter. Ein besseres Umfeld senkt den Preis pro Einheit und wirkt auf das gesamte bestehende Budget. Zwanzig Prozent weniger Klickpreis bedeuten ein Viertel mehr Klicks für dasselbe Geld.
Deine Anzeige wurde nicht ausgeliefert, weil sie die Auktion nicht gewonnen hat, nicht weil das Budget aufgebraucht war. Mehr Budget löst dieses Problem nicht. Hier helfen nur bessere Qualität, passendere Keywords oder eine bessere Zielseite. Verlust wegen Budget ist dagegen eine reine Geldfrage und gehört in die Budget-Verteilung.
Weil eine fehlende Messung kein schlechtes Ergebnis ist. Wer eine Datenlücke mit null Punkten bewertet, senkt den Gesamtwert, ohne dass sich an einer geprüften Stelle etwas verschlechtert hat. Richtig ist, das Gewicht auf die vorhandenen Bereiche zu normieren und die Lücke offen auszuweisen. Dann weißt du getrennt, wie gut das Umfeld ist und wo du nichts weißt.

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