Einen Marketing-Report aufbauen, der Entscheidungen trägt

Die meisten Reports haben ein Mengenproblem, kein Datenproblem. Die Testfrage für jede Kennzahl, drei Ebenen statt zwanzig Kacheln und die zwei Angaben, die fast immer fehlen.

Die meisten Marketing-Reports haben ein Mengenproblem, kein Datenproblem. Zwanzig Kacheln, acht Diagramme, jede Zahl grün oder rot eingefärbt, und am Ende weiß niemand, was jetzt zu tun ist. Ein guter Report hat weniger Zahlen und mehr Aussagen. Hier steht, wie er aufgebaut ist.

In drei Sätzen

  • 01Jede Zahl im Report braucht einen Empfänger und eine mögliche Entscheidung, sonst fliegt sie raus.
  • 02Vergleichswert und Spannbreite gehören zu jeder Zahl, sonst ist jede Veränderung interpretierbar.
  • 03Drei Ebenen genügen: Was ist passiert, warum, und was folgt daraus.

Die Testfrage für jede Kennzahl

Bevor eine Zahl in den Report kommt, beantworte zwei Fragen: Wer schaut sie an, und welche Entscheidung könnte sich durch sie ändern? Wenn die zweite Antwort "keine" lautet, gehört die Zahl nicht in den Report, sondern in ein Archiv. Diese eine Regel halbiert die meisten Berichte, und niemand vermisst etwas.

Die drei Ebenen

Was ist passiert3 bis 5 Zahlen mit Vergleich und SpannbreiteWarumZerlegung in Grundlast, Werbung, EreignisseWas folgt darausVorschläge mit Betrag und Begründung
Drei Ebenen, von oben nach unten immer detaillierter. Wer nur die erste liest, hat die Kernaussage. Wer nachrechnen will, findet unten die Grundlage.

Ebene 1, was ist passiert. Drei bis fünf Zahlen, je mit Vergleichswert und Spannbreite. Umsatz, Ausgaben, Ergebnis je Kanalgruppe. Mehr nicht.

Ebene 2, warum. Die Zerlegung. Welcher Anteil ging auf Grundlast, welcher auf Werbung, welcher auf Ereignisse wie Aktionen oder Feiertage. Genau hier trennt sich der nützliche Bericht vom schönen, siehe Warum Google und Meta zusammen mehr Umsatz melden.

Ebene 3, was folgt daraus. Konkrete Vorschläge mit Betrag und Begründung. Nicht "Meta beobachten", sondern "zweitausend Euro von Kanal A nach Kanal B, weil dort der Grenznutzen höher liegt". Siehe Grenznutzen.

Die zwei Angaben, die fast immer fehlen

Der Vergleichswert. Eine Zahl allein ist bedeutungslos. Gegen was vergleichst du: Vormonat, Vorjahr, Plan, oder einen gerechneten Verlauf ohne die Maßnahme? Alle vier sind legitim, aber nur der letzte misst Wirkung, siehe Werbewirkung messen.

Die Spannbreite. Ohne sie diskutiert das Team über Schwankungen, die reines Rauschen sind. Eine Conversion Rate aus dreißig Abschlüssen schwankt erheblich, und ohne ausgewiesene Unsicherheit sieht jede Bewegung nach einem Trend aus, siehe Konfidenzintervall.

Ein Report ohne Spannbreiten produziert jeden Monat verlässlich eine Erklärung für Zufallsrauschen. Meist eine überzeugende.

Rhythmus und Format

Wöchentlich reicht ein kurzer Blick auf Ausreißer und die Gegenprobe zwischen gemeldeten Conversions und echtem Umsatz, siehe Conversion-Tracking kaputt. Monatlich gehört die volle Struktur mit allen drei Ebenen dazu. Quartalsweise kommt die Budgetüberprüfung mit Blick nach vorn, siehe Marketing-Jahresbudget planen. Alles Weitere ist Selbstbeschäftigung.

Was du weglassen solltest

Ampelfarben ohne Schwellenwert, weil sie eine Bewertung vortäuschen, die niemand definiert hat. Kennzahlen, die niemand erklären kann. Kanalvergleiche über verschiedene Attributionsmodelle hinweg, weil sie zwangsläufig widersprüchlich sind, siehe Warum Google Ads und GA4 unterschiedliche Zahlen zeigen. Und alles, was seit sechs Monaten unverändert grün ist.

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Diesen Beitrag haben wir aus echten Projekten geschrieben. Deine konkrete Situation schauen wir uns gern persönlich an und antworten mit einer fundierten Einschätzung statt einer Standard-Floskel. Genau dafür gibt es uns.

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Häufige Fragen zum Thema

Die wichtigsten Nachfragen, die uns nach diesem Beitrag erreichen.

Nur Zahlen, die eine Entscheidung ändern könnten. Praktisch bewährt sich ein Aufbau in drei Ebenen: drei bis fünf Ergebniszahlen mit Vergleichswert und Spannbreite, danach die Zerlegung in Grundlast, Werbung und Ereignisse, und zuletzt konkrete Vorschläge mit Betrag und Begründung. Alles, wozu niemand eine mögliche Entscheidung nennen kann, gehört nicht hinein.
Wöchentlich reicht ein kurzer Blick auf Ausreißer und der Abgleich zwischen gemeldeten Conversions und tatsächlichem Umsatz. Monatlich gehört die vollständige Struktur dazu. Quartalsweise kommt die Budgetüberprüfung mit Blick nach vorn. Häufigere Vollberichte erzeugen vor allem Arbeit, weil die zugrundeliegenden Zahlen sich in kürzeren Abständen kaum belastbar verändern.
Weil sonst jede Bewegung wie ein Trend aussieht. Eine Conversion Rate aus dreißig Abschlüssen schwankt erheblich, ohne dass sich etwas geändert hat. Ohne ausgewiesene Unsicherheit diskutiert ein Team zuverlässig jeden Monat über Zufallsrauschen und findet dafür auch überzeugende Erklärungen.
Ampelfarben ohne definierte Schwellenwerte, Kennzahlen, die niemand erklären kann, Kanalvergleiche über verschiedene Attributionsmodelle hinweg, weil sie zwangsläufig widersprüchlich sind, und alles, was seit Monaten unverändert bleibt. Die Menge an Zahlen ist kein Qualitätsmerkmal, sondern meistens ein Zeichen dafür, dass die Auswahl nie getroffen wurde.

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